Social Lending auch in Deutschland auf dem Vormarsch
Ein in den USA und Großbritannien bereits seit Jahren sehr erfolgreiches Konzept von Internetplattformen zur Kreditvergabe von Privat an Privat gewinnt nun auch in Deutschland zunehmend an Beliebtheit. Dem Vorbild pioniermäßiger Anbieter wie Prosper (USA) oder Zopa (Großbritannien) folgend sprießen nun auch im deutschsprachigen Internet immer mehr sog. Social oder Privat Lending Angebote aus dem Boden und erfreuen sich durchaus starker Nachfrage.
Die hinter dem Ganzen stehende Idee ist im Prinzip in wenigen Worten zusammengefasst: Social Lending bezeichnet ein Internetportal, auf welchem sich „Geldanleger“ und „Geldleiher“ treffen, austauschen und im Idealfall eine Kooperation eingehen können.
Social Lending Plattformen verstehen sich insofern als innovative Alternative zu klassischen Formen der Finanzierung und bieten dem Nachfrager die Möglichkeit, sein Kreditvorhaben individuell zu begründen und auf diese Art und Weise vielleicht ein Darlehen zu bekommen, auch wenn die Bank bereits abgelehnt hat.
Die individuelle Anfrageformulierung bietet die Möglichkeit, Anleger vom eigenen Vorhaben zu überzeugen. Der Anreiz für den Anleger, sich an einer der neu geschaffenen Kreditmarktplätze zu beteiligen, besteht darin, dass er einerseits bestimmen kann in welche Projekte seine Investition fließt und andererseits mit einer meist deutlich besseren Rendite rechnen kann als bei herkömmlichen (konservativen) Geldanlagevarianten.
„Nicht alles ist Gold was glänzt“ und so sollte man die verschiedenen Marktplätze genau hinterfragen bevor man sich beteiligt. Entscheidender Unterschied der verschiedenen deutschsprachigen Privat Kredit Marktplätze ist der Umfang der Tätigkeit des Anbieters. Teilweise geht das Leistungsangebot nämlich nicht über die reine Vermittlung hinaus, wenn es beispielsweise Probleme mit der Darlehensrückzahlung gibt, ist der Privat Lending Anbieter außen vor.
Aber auch wenn mehr als „reine Vermittlung“ angeboten wird, sollte man die Details genau überprüfen. Wichtige Fragen sind beispielsweise, mit welcher Bank der Portalanbieter zusammenarbeitet, welche Kosten auf den Kreditnehmer zukommen (für Anleger ist der Dienst in aller Regel immer kostenfrei), welche Verfahren bezüglich des Schutzes der Identität von Anleger und Kreditnehmer zum Einsatz kommen etc. Vorsichtig werden sollte der Interessent grundsätzlich, wenn größere Gebühren fällig werden unabhängig von einem evtl. Zustandekommen der Finanzierung. Seriöse Plattformen verlangen – ähnlich einem klassischen Kreditvermittler – nur dann eine prozentuale Erfolgsprovision wenn es auch tatsächlich zum Abschluss einer Kooperation kommt.
Entscheidende Bedeutung kommt auch dem Anlegerschutz zu. Während einzelne Anbieter in der Tat lediglich eine Vermittlungsplattform zur Verfügung stellen, bietet der Marktführer Smava beispielsweise neben einer intensiven Überprüfung der Antragsteller die Möglichkeit zur Bildung sog. Anlegerpools zur Absicherung des Kreditausfallrisikos. Zur Überprüfung des Antragstellers gehört auch die bei allen Kreditvorhaben obligatorische Bonitätsprüfung durch die Schufa.